Kabel Deutschland und das „bis zu“

Args, ein leidiges Thema. Irgendwie befasst man sich ja immer erst dann mit den Themen, wenn es schon zu spät ist. Wie z.B. Internet-Anschluss. Mittlerweile frage ich mich, wieso ich diesen bei KD genommen habe. Die Beweggründe am Anfange waren klar: Nach dem Zugang zum Internet über das ZDV und hier in guten Stunden einer Geschwindigkeit mit knapp 300 Mbps, was immer noch schneller als 3 zusammengebastelte DSL 100.000er Zugänge war, wollte ich nicht auf einen DSL 6.000 Vertrag gehen, der einfach nur erschreckend langsam dann ist. Die Seite sollen einfach da sein und nicht noch (auch wenn es teilweise nur wenige Sekunden sind) gefühlte Ewigkeiten aufbauen. Zudem stellt sich die Frage nach Online-TV statt Kabel oder sonstigem, genauso wie die Mediatheken der TV-Sender. Der zweite Beweggrund war dann der Kostenfaktor. Klar soll das Internet schnell sein, aber nicht viel kosten. Und was liegt da näher als das Angebot der KD: 32.000er Leitung über Kabel statt DSL für grade einmal 30,- € im Monat, bzw. das erste Jahr sogar nur 20,- €. DSL selbst wäre höchstens als 6.000er Leitung verfügbar und selbst dann bei den anderne Unternehmen genauso teuer.

Aber wie habe ich Anfangs geschrieben, man befasst sich immer erst mit den Themen, wenn es Ärger gibt. Auf der Suche nach Forenposts oder Blogeinträgen zu KD in Bezug auf Volumenbegrenzung bin ich auf ganz andere Themen gestossen. „Ab ca. 16/17 Uhr wird das Internet immer so langsam“, „Drosselt Kabel Deutschland seine Kunden?“, „Immer wieder Probleme und niemand reagiert von Kabel Deutschland“. Bereits als der Techniker von KD bei uns vor Ort war, hatte ich so ein dumpfes Gefühl. Er führte einen Speedtest durch und kam noch nicht einmal Ansatzweise an die 15 Mbps. „Das pendelt sich ein“, „Der Anschluss ist neu, das ist normal und geht noch hoch“, „Sollte das wirklich so bleiben, melden Sie das unserem Support, dann muss ein Verteiler ausgetauscht werden, der mehr Durchsatz bringt“, etc.pp.

Wäre es dabei geblieben, hätte ich wohl nicht so ein großes Problem damit. Klar, es heißt bis zu 32 Mbps und nicht mindestens 30 sind garantiert. Und Nachts gegen 3:00 – 4:00 Uhr (oder auch einmal Mittags gegen 12:00 Uhr) habe ich sogar Geschwindigkeitsmessungen mit bis zu 31 Mbps durchführen können. Aber zu den „normalen“ Zeiten des Surfens, also wenn man von der Uni oder Arbeit nach Hause kommt, oder am Wochenende, sind es oft unter 2 Mbps. Da hätte ich genaus eine DSL-Leitung nehmen können. In diesem Moment? seht selbst:

Sa. 07.01.2012 - 20:22 Uhr
KD Speedtest Mainz

Die Uploadgeschwindigkeit, die wesentlich geringer sein sollte als beim Download, ist sogar höher als die Downloadgeschwindigkeit. Das gesamte Ergebnis sieht nur auf den ersten Blick etwas besser aus:

die Messungen soweit
KD Speedtest Ergebnisse

Wenn man allerdings bedenkt, dass die Peaks nur zu solch unüblichen Zeiten erreicht werden können doch sehr mau…

Was nun? Klar, wie der Techniker anfangs bereits gesagt hat, beim Kundendienst beschweren, dass ein Techniker bitte kommen möge. Auf meine erste E-Mail hat erst gar niemand reagiert. Bis heute nicht. Als ich im Internet weitergelesen habe, wurde mir so langsam klar, dass dies eine Masche der KD ist. Erst einmal den Kunden ködern und dann hinhalten. Genau die Reaktion von KD auf meine zweite Beschwerde: „Das Problem ist bekannt und soll im Februar behoben sein, bitte Gedulden Sie sich bis dahin“. Auf meine Drohung das Geld einzubehalten wurde per Telefon dann abgeraten und eine Gutschrift für den Monat Dezember angeboten. Leider gibt es bei mir zur Zeit noch keine Vernünftige alternative. DSL ist nur bis zu DSL 6.000 verfügbar und auch hier heißt es ja „bis zu“ 6 Mbps. Den Februar werde ich wohl noch abwarten. Mich noch das ein oder andere mal beschweren, auch in der Filiale und hoffen, dass ich wenigstens noch einmal eine Gutschrift bekomme. Im Februar selbst werde ich mich dann wohl nach einem neuen Anbieter umschauen und hoffen, dass dann auch mehr als nur DSL 6.000 zur Verfügung steht. Durch die gesammelten Daten werde ich wohl keinerlei Probleme haben, den Vertrag fristlos zu kündigen (auch wenn ich mich da vorher doch noch mal absichernd bei Freunden erkundigen werde ;-)), sodass ich danach dann bei einem hoffentlich etwas vernünftigerem Anbieter sein werde. Falls hier jemand einen Tipp hat (aber bitte nichts unter DSL 16.000 für die Rhabanusstr. in Mainz) darf gerne einen Kommentar schreiben. Auch, wer einen Link mit dem lieben „bis zu“ hat, darf diesen gerne posten. „Bis zu 32 Mbps“, gibt es da wirklich kein Urteil, ab welchem Wert dies nicht mehr erfüllt ist? Darf ein Unternehmen bei einer Geschwindigkeit von gerade einmal 1-2 Mbps wirklich noch mit dem Slogan „bis zu 32 Mbps“ werben? Ist das „bis zu“ in diesem Fall überhaupt noch gegeben? Für mich persönlich steht fest, dass ich bei „Nichtauslastung“ des Netzwerkes mindestens meine 80% von dem „bis zu“, also knapp 25 Mbps erreichen will und bei Belastung des Netzwerkes in der Hauptzeit, in der alle Kunden von KD ins Internet wollen trotzdem noch auf meine knappen 2/3 (bzw. ~65%), also knapp 21 Mbps komme. Aber mit 0,9 Mbps sind noch nicht mal 3 % erreicht………

 

to be continued

Edit: Die bisherige Testergebnisse könenn hier eingesehen werden. Es ist klar, dass die Tests selbst jeweils nur stichprobenartig gemacht wurden und daher leider keine zuverlässige Aussage zulassen. Aber es lässt sich sehr nett der oben beschrieben Trend ersehen, der mit einer „vernünftigen“ Testreihe sicherlich auch leicht nachgewiesen werden kann.

Ein Gedanke zu „Kabel Deutschland und das „bis zu“

  1. In der aktuellen c’t ist eine Artikelserie über Breitbandanschlüsse und die Hürden wenn man wechselt, und auch über das „bis zu“!
    Von dem Problem, das man bei Kabel Deutschland sich zu vielt eine Leitung teilt, die bei weitem nicht den Durchsatz hat den sie haben müsste hab ich aber schon gehört, dass ist wohl tatsächlich vollkommen normal da! :D

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